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Objektbau

Musikprobensaal Thannhausen

  • Der Probensaal neben dem Musikerheim. Der ziehharmonika-artige, moderne Bau des Saals befindet sich links neben dem schlichten Satteldach-Gebäude des Musikerheims. Der Saal hat eine große Fensterfront nach vorn und ist komplett in dunklem Kupfer verkleidet. Das Musikerheim daneben ist ein schlichtes Gebäude mit Holzfassade und neu renoviertem, grauem Dach.
  • Aufnahme in der späten Abenddämmerung. Links sieht man den innen erleuchteten Prtobensaal mit einer großen Fensterfront, die in relativ gleichmäßige Rechtecke unterteilt ist. Nach hinten ist die Ziehharmonika-artige Form des Gebäudes zu erkennen. Rechts sieht man ein schlichtes Gebäude mit Satteldach, das weitgehend dunkel ist. Der Himmel zeigt das letzte Abendlicht.
  • Innenraum des Probensaals komplett in Holz verkleidet. Die gefaltete Form der Außenhülle ist gut an Wand und Decke zu erkennen. Links sieht man die große Fensterfront, durch ein weißes Außenrollo verschattet. In der Mitte des Bildes steht ein Kalvier an der Wand.
  • Innenaufnahme in die andere Richtung. Auch hier ist die Faltung der Wand und Decke gut erkennbar. Alle Flächen bestehen aus hellem Holz, die Beleuchtung ist mit waagrechten Neonröhren an der Decke realisiert. Rechts sind man eine große Fensterfront mit Blick auf Autos, die vor großen Büschen und Bäumen parken.

»[Ein] Klangraum für viel Blech. Eingefangen zwischen gefalteten Holzplatten. [...] Im Dialog mit der bestehenden Musikschule.«

Ein Probenraum für ein großes Blasorchester

Die Musikvereinigung seit 1749 Thannhausen e.V. ist mit mehr als 275 Jahren eine der ältesten Musikkapellen im Allgäu-Schwäbischen Musikbund und ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens in Thannhausen und Umgebung. Für das stetig wachsende Blasorchester reichte der verfügbare Platz zum Proben nicht mehr aus, und so entschloss man sich 2001/2002 neben dem bestehenden Musikerheim einen neuen Probenraum zu bauen.

»Gefalteter Klangkörper«

Die beauftragte Architektin entwarf ein außergewöhnliches Gebäude: Ähnlich einer Ziehharmonika faltet es sich neben dem Musikerheim auf. Dadurch entsteht im Inneren eine besondere Akustik, die optimal auf Blasorchester ausgerichtet ist. Der Bau wird so selbst zum Klangkörper. Realisiert werden sollte der neue Probenraum, wie schon das danebenliegende Musikerheim, in Holzbauweise – mit einer vorgehängten Kupferfassade als Wetterschutz.

Selbsttragende, ressourcensparende Konstruktion

Der zukunftsweisende Bau zeigte bereits 2002, was im modernen Holzbau möglich ist: Das gesamte Gebäude besteht aus 100 mm starken Brettschichtholz-Platten, die gleichzeitig das Tragwerk und die Oberflächen im Innenraum bilden. Durch die Schrägstellung der einzelnen Platten war es möglich, eine Spannweite von 10 m ohne weitere Verstärkungen oder Stützen zu realisieren. Sämtliche Elemente wurden in der Halle vorgefertigt und bei der Montage vor Ort lediglich an den äußeren Fugen verleimt.

Die beiden Öffnungen an den kurzen Seiten wurden durch eine Holz-Glas-Fassade in Pfosten-Riegel-Konstruktion geschlossen. Diese nutzen die Boden- und Dachelemente zur Lastabtragung, sodass die Querschnitte der verbauten Hölzer optimal ausgenutzt werden konnten. Das Zusammenspiel von Tragwerk und Fassade ermöglichte so einen besonders niedrigen Ressourcenaufwand und damit eine besonders nachhaltige Bauweise.

Mehrfach ausgezeichnet

Der Probensaal der Musikschule Thannhausen wurde mehrfach mit regionalen und nationalen Holzbau- und Architekturpreisen ausgezeichnet.

Projektdaten

Ausgeführte Leistungen

  • Werkplanung
  • Konstruktions- & Tragwerksplanung
  • Ingenieurholzbau
  • Lieferung & Montage

Auszeichnungen

  • Holzbaupreis Bayern 2002 (1. Preis)
  • deutscher Holzbaupreis 2003 (2. Preis)
  • deutscher Architekturpreis 2003 (Anerkennung)
  • thomaswechspreis 2004

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